Das Thema Raumakustik hat im Büroumfeld in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Hintergrund sind die Veränderungen der Bürokonzepte aber auch bauphysikalische und gestalterische Aspekte. Hinzu kommt der Wunsch nach flexiblen und veränderbaren Arbeitsplatzstrukturen bis hin zu non territorialen Arbeitsplatzkonzepten. Manche Veränderungen wirken sich im Büro negativ auf Arbeitsleistung und Ergebnis aus – die einen direkt, die anderen indirekt und nicht sofort ersichtlich – wenn hierfür nicht die richtigen Raumbedingungen geschaffen werden. Dies gilt insbesondere für die Anforderungen an die Raumakustik die von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst wird.

Im Büro befinden sich die verschiedensten Lärmquellen, wie z. B.:

  • Gespräche von Mitarbeitern und Kollegen (Telefonate, Kundengespräche)
  • Bürogeräte z. B. Tastaturen, Lüftergeräusche von Kopierern und Druckern
  • Äußere Umwelteinflüsse bei geöffenten Fenstern (Verkehrslärm, Nachbarschaftslärm)

Verantwortlich für die akustische Qualität einer Bürofläche ist neben der Nachhallzeit auch die Sprachverständlichkeit. Eine weit verbreitete Messgröße zur Beschreibung der Sprachverständlichkeit ist der Sprachübertragungsindex. Dabei gilt, je kürzer die Nachhallzeit ist, desto besser ist die Sprachverständlichkeit. Je nach Nutzungsart der Fläche – wie z.B. Büroarbeitsplätze oder Konferenzraum – muss die Sprachverständlichkeit deshalb mit zusätzlichen Maßnahmen optimiert werden.

Der Berurteilungspegel an Büroarbeitsplätzen soll unter Berücksichtigung der von außen einwirkenden Geräuschen möglichst niedrig sein. In Abhängigkeit von der Tätigkeit soll der Beurteilungspegel höchstens 55 dB(A) bzw. 70 dB(A) betragen.
Der Beurteilungspegel von 55 dB(A) ist bei überwiegend geistigen Tätigkeiten einzuhalten.

Dies Tätigkeiten sind durch z.B. folgende Anforderungen gekennzeichnet:

  • Hohe Komplexität mit entsprechender Schwierigkeit
  • Schöpferisches Denken
  • Entscheidungspfindung
  • Problemlösung
  • Einwandfrei Sprachverständlichkeit

Beispiele aus der Praxis hierzu sind:

  • Wissenschaftliche Tätigkeiten
  • Entscheidungen unter Zeitdruck
  • Weitreichende Entscheidungen
  • Sprachverständlichkeit über unterschiedliche Entfernungen

Tätigkeiten für den Grenzwert von 70 dB(A) sind durch folgende Tätigkeiten gekennzeichnet:

  • Mittlere Komplexität
  • Zeitliche Beschränkung
  • Ähnlich wiederkehrende Aufgaben bzw. Arbeitsinhalte

Befriedingende Sprachverständlichkeit

Beispiele aus der Praxis hierzu sind:

  • Disponieren
  • Daten- und Texterfassung
  • Einfache Prüf- und Kontrolltätigkeiten

Die Emissionswerte der eingesetzten Geräte soll deshalb kleiner als der am Arbeitsplatz zulässige Beurteilungspegel sein.

Auch Geräusche weit unterhalb dieser Grenzwerte können unangenehm und lästig wirken und dadurch besonders Konzentration, Entscheidungszeiten und Sprachverständigung beeinträchtige. Konzentration und sprachverständigung können insbesondere beeinträchtigt werden durch:

  • Den Informationsgehalt von Geräuschen
  • Die Höhe des Schalldruckpegels
  • Die Zusammensetzung des Frequenzspektrums
  • Die zeitliche verteilung des Lärm

So besagt der Anhang der Bilschirmarbeitsverordnung in Punkt 17:

„Bei der Gestaltung des Bilschirmarbeitsplatzes ist dem Lärm, der durch die zum Bildschirmarbeitsplatz gehörenden Arbeitsmittel verursacht wird, Rechnung zu tragen, insbesondere um eine Beeinträchtigung der Konzentration und der Sprachverständlichkeit zu vermeiden.“

Berechnung der Nachhallzeit und Maßnahmen zur Lärmminderung

Grundlage für die Berechnungen und Empfehlungen hinsichtlich Nachhallzeit und Sprachverständlichkeit bildet die DIN 18041. Der empfohlene und berücksichtigte Frequenzbereich liegt zwischen 100 Hz und 5000 Hz und ist zur Planung und Berechnung zu Oktavmittenfrequenzen von 125 Hz bis 4000 Hz zusammen gefasst. Für die objektive Bewertung der akustischen Situation im Großraumbüro wird die DIN EN ISO 3382-3 angewendet. Sie beschreibt die Abnahme des Schalldruckpegels unter Berücksichtigung des normalen Sprachspektrums.

Maßnahmen:

  • Einsatz lärmarmer Arbeitsmittel
  • Räumliche Trennung von Arbeitsplätzen und Lärmquellen
  • Schallschluckende Ausführungen von Fußboden, Decke, Wänden und Stellwänden
  • Deckensegel in Büros mit hohen Räumen
  • Schalldämpfende Ausführungen von Aufstellflächen und Unterlagen
  • Verwendung von Schallschutzhauben für Bürogeräte

Quellen: Text und Fotos Akustik Office Systeme; IGR e.V.